Die Ernährung von morgen: Alternative Food Index

Die Ernährung von morgen: Alternative Food Index

Mittwoch, 8. September 2021Lesezeit: 4 Minuten

Auf globaler Ebene geht das Bevölkerungswachstum munter weiter. Gemäss UNO-Prognosen werden im Jahr 2050 rund 9.74 Milliarden Menschen den Planeten bewohnen. Um die Ernährung der Weltbevölkerung auch in Zukunft sicherstellen zu können bedarf es einer deutlichen Steigerung der Lebensmittelproduktion und es muss ein Ernährungssystem aufgebaut werden, das wirklich nachhaltig ist. Lebensmittelinnovationen, Produktionsanpassungen und einen nachhaltige Wertschöpfungskette können dazu beitragen, diesen Zuwachs zu bewältigen. Diverse Unternehmen in der Nahrungsmittelindustrie setzen sich zum Ziel, die Bedürfnisse auch in der Zukunft ausreichend zu befriedigen. Das beschert für Unternehmen auch in Zukunft Wachstumsaussichten – und könnte für Anleger Chancen bieten.

Das Bevölkerungswachstum nimmt weiter zu. Bis 2050 soll die Weltbevölkerung um 2 Milliarden Menschen zulegen. Die nachhaltige Versorgung der Weltbevölkerung mit Lebensmitteln stellt eine der grössten Herausforderungen der kommenden Jahre dar; die Versorgung durch Nahrungsmittel rückt somit zunehmend in den Vordergrund. Angesichts der teilweise ungleichen meteorologischen und landwirtschaftlichen Bedingungen gibt es heute in manchen Regionen bereits eine ungleiche Verteilung. Ausserdem ist die Umwelt stark von unseren Ernährungsgewohnheiten abhängig. Gemäss einer Studie der UNO (2021), hängt knapp ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen mit der Lebensmittelproduktion, den verbundenen Prozessen und der Verpackung zusammen und die Tendenz ist nach wie vor steigend. In anderen Bereichen sind die Umweltauswirkungen noch gravierender: So sind 80 Prozent der Abholzung, 70 Prozent des Trinkwasserverbrauchs, 52 Prozent der Landzerstörung oder -beschädigung sowie der grösste Teil des Biodiversitätsverlusts an Land (70%) und im Süsswasser (50%) auf die weltweite Nahrungsmittelproduktion zurückzuführen (Quellen: WWF, EDL Initiative et al.).

Nachhaltige Ernährung im Trend

Die Zahl der Menschen, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und Umwelt als wichtig betrachten, nimmt laufend zu. Immer mehr Konsumenten bemühen sich, ihre Ernährung nachhaltiger zu gestalten. Eine Umfrage von Food Insight (2020) legt dar, dass fast 80% der Teilnehmer, insbesondere beim Kauf von Lebensmitteln, auf umweltfreundliche Produkte achten. Dieser Trend lässt sich auch auf der Angebotsseite beobachten. Der biologische Anbau in der Landwirtschaft hat in den letzten 20 Jahren stark zugenommen. Gemäss Angaben des Organic Food Monitor (2020) hat sich die biologische Anbaufläche in den vergangenen 20 Jahren von 17 auf mehr als 72 Millionen Hektar vervielfacht. Es ist also naheliegend, dass die Umsätze von Bio Produkten eine ähnliche Entwicklung erlebt haben. In derselben Zeitperiode ist der Umsatz von 15 auf über 106 Milliarden US-Dollar angestiegen. Experten sind sich einig, dass dies auch in naher Zukunft so bleiben wird.

Nachhaltigkeit bedeutet mehr als Bio

Um eine geeignete Versorgungsstrategie für die Zukunft zu realisieren, müssen neben der umweltfreundlichen Produktion auch weitere Kriterien erfüllt werden. Die gesamte Weltbevölkerung soll Zugang zu einem guten Ernährungssystem erhalten. Dabei sollen die Nahrungsmittel möglichst gesund und ausgewogen sein, um die nötigen Nährstoffe für ein gesundes Leben zu liefern. Ausserdem soll möglichst wenig Abfall verursacht werden. Einerseits betrifft dies die Lebensmittel selbst und andererseits die Verpackung. Schliesslich vermindert der Einkauf von regionalen Produkten lange Transportwege und schont die Umwelt.

17 Nachhaltigkeitsziele der Uno

Die UNO hat 17 Nachhaltigkeitsziele festgelegt, die bis 2030 von allen Mitgliedsstaaten erreicht werden sollen. Die Ziele dienen der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Entwicklung. Mehrere Ziele greifen den Bereich der Lebensmittelversorgung auf: Der globale Hunger soll eliminiert und die Ernährungssicherheit gewährleistet werden. Der Zugang zu Trinkwasser und der nachhaltige Umgang damit soll gefördert werden. Pro Kopf soll weniger Nahrungsmittel verschwendet und entlang der Produktions- und Lieferkette die Nahrungsmittelverluste verringert werden. Die Umwelt soll durch den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Biodiversität geschützt werden. Zudem soll die Welt, auf der wir alle leben, geschützt sowie Massnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden.

Lösungsansätze zur Sicherung des weltweiten Nahrungsmittelbedarfs

Für die Sicherung des weltweiten Nahrungsmittelbedarfs bei gleichzeitiger Entlastung der Umwelt haben sich in den vergangenen Jahren verschiedene Lösungsansätze herauskristallisiert. Um die wachsende Bevölkerungszahl ausreichend ernähren zu können, erarbeiten sowohl innovative junge sowie traditionelle Unternehmen an Lösungen. Sie verbessern bestehende Prozesse, entwickeln neue Lebensmittel oder nehmen Änderungen an Produkten vor, um nachhaltigere Lebensmittel anzubieten. Zu den vielversprechendsten gehören – neben biologischer Landwirtschaft – etwa Alternatives Fleisch, Smart Farming, die konsequente Reduktion von Verpackungen, eine diversifizierte landwirtschaftliche Produktion, die sichere Entsorgung von Schadstoffen sowie der Einsatz bioanalytischer Instrumente für die Qualitätskontrolle.

Der Markt für Fleischersatzprodukte betrug laut Schätzungen (Statista, 2021) 2020 fast 13 Milliarden US-Dollar und soll sich bis 2027 auf 35.5 Milliarden erhöhen. Als Alternative zu Fleisch entwickeln Unternehmen wie «Beyond Meat» pflanzliche Fleischersatzprodukte. Durch die pflanzliche Zusammensetzung sollen die Produkte gesund sein, während der Produktion weniger Treibhausgase ausstossen und die Umwelt weniger belasten.

Ein Unternehmen, dass sich für nachhaltige Verpackungen einsetzt, ist «Smurfit Kappa». Es bietet nachhaltige Verpackungslösungen an und vertraut auf ein Kreislaufwirtschafts-Modell. Dabei sind sie von der Forstwirtschaft bis zur Wiederverwertung der Verpackungen, am Produktionsprozess beteiligt.

Der Markt für Milchalternativen zeigt ebenfalls Wachstumspotenzial. 2020 betrug der Umsatz fast 22.6 Milliarden US-Dollar und soll bis 2026 auf 40.6 Milliarden steigen. Der Börsenneuling «Oatly» spezialisiert sich auf vegane Hafergetränke und führt ausserdem vegane Produkte wie Eiscreme, Brotaufstriche und Joghurt im Sortiment.

Vontobel Alternative Food Index

Der Vontobel Alternative Food Index bildet 25 Aktien von Unternehmen ab, die in der nachhaltigen Lebensmittelproduktion und in verwandten Sektoren eine führende Rolle spielen. Jedes Unternehmen wird anhand von Nachhaltigkeitskriterien, finanzieller Qualität und Wachstumsaussichten bewertet. Ebenfalls werden ESG-Daten (Environmental, Social, Governance) – also Nachhaltigkeitskriterien, im Modell berücksichtigt. Mit einem Strategischen Zertifikat auf den «Alternative Food Index» können Anleger mit einer Transaktion – unter Berücksichtigung der Managementgebühr – 1:1 an der Wertentwicklung von Unternehmen in diesem Bereich partizipieren.

01.12.2021 22:16:06

 

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