Deutsche Bank: deutliche Signale zur Beruhigung des Marktes

Deutsche Bank: deutliche Signale zur Beruhigung des Marktes

Dienstag, 28. Juni 2016 von Rocco SchillingLesezeit: 2 Minuten

Der Wille zur Verbesserung der Risikotragfähigkeit ist vorhanden, jedoch lässt das Marktumfeld die Strategie bis 2020 als Herausforderung erscheinen.

Der für 2015 ausgewiesene Verlust vor Steuern in Höhe von EUR 6.7 Mrd. (u. a. aufgrund von Abschreibungen auf Firmenwerte und Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten) führte im Januar 2016 abermals dazu, dass die Deutsche Bank im Fokus des Kapitalmarktes stand. Dieser konnte jedoch in den darauffolgenden Wochen wieder beruhigt werden, indem das Institut ein Rückkaufprogramm für unbesicherte Anleihen ankündigte und erfolgreich abschloss. Zudem machte es deutlich, dass Zinszahlungen auf bestimmte Nachranganleihen für die Jahre 2016 und 2017 gesichert seien.

 

Fokus auf Kreditgeber: integraler Bestandteil der Strategie 2020

Um den negativen Trend bei den Kreditratings zu stoppen, verabschiedete die Bank im November 2015 ihre Strategie bis zum Jahr 2020. Diese sieht unter anderem vor, dass 1) die Gruppenstruktur zur Kostenreduktion und besseren Steuerung vereinfacht wird, 2) Engagements in Ländern bzw. bei Kunden mit hohen Risiken massiv reduziert werden, 3) die risikogewichteten Aktiva bis 2018 um 20% reduziert werden, bevor weitere regulatorische Verschärfungen wieder zu einem Anstieg führen, 4) eine Kernkapitalquote von mindestens 12.5% (1Q16: 10.7%) bis 2018 erreicht wird.

 

 

Mögliche Kluft zwischen «Wollen» und «Können» durch schwieriges Marktumfeld

Die erfolgreiche Umsetzung der Strategie im vorgegebenen Zeitrahmen ist vor dem Hintergrund der volatilen Kapitalmärkte und der operativen Performance seit der Finanzkrise als kritisch zu beurteilen. Die Reduktion der jährlichen Kostenbasis um EUR 3.5 Mrd. wird bis 2020 bis zu EUR 3.7 Mrd. kosten. Zur Reduzierung der Abhängigkeit vom volatilen Investment Banking und zur Stabilisierung der Erträge sind weitere Investitionen im Retail-Geschäft sowie im Asset und Wealth Management notwendig.

Das Niedrigzinsumfeld und die anhaltende Margenerosion erhöhen den Druck auf das Management, die angestrebten Ziele innerhalb des Zeitplanes zu erreichen, um eine erneute Kapitalerhöhung nach 2014 zu verhindern. Die gute Liquiditätssituation der systemrelevanten Bank kann hier den Kapitalmarkt jedoch nur auf kurze Frist beruhigen. Die Bank muss deshalb bereits 2016 erste Ergebnisse bei der Strategieumsetzung liefern, um weiteres Vertrauen zurückzugewinnen.

 

Brexit: UK als drittgrösster Markt nicht profitabel – vermutlich auch in Zukunft

Das Ergebnis des EU-Referendums in Grossbritannien (UK) erhöht den Druck auf die Bank nochmals. Mit einem Umsatzanteil von 19% ist UK nach Deutschland und den USA ihr drittgrösster Markt. Die Profitabilität in UK (das Ergebnis vor Steuern lag 2014 und 2015 jeweils im negativen einstelligen Milliardenbereich) dürfte sich aufgrund der notwendigen Restrukturierungen des Geschäftsmodells im Zuge des EU-Austrittes mittelfristig kaum verbessern lassen, sodass Anpassungen der Strategie bis 2020 wahrscheinlich werden.

 

21.10.2019 07:46:22

 

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