Der Markt für Elektrofahrzeuge ist hart umkämpft

Der Markt für Elektrofahrzeuge ist hart umkämpft

Mittwoch, 26. Januar 2022Lesezeit: 3 Minuten

Der Markt für Elektrofahrzeuge erhält immer mehr Aufmerksamkeit. Viele Autohersteller erweitern zurzeit ihre Modellpaletten mit elektrischen Varianten, um sich im wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge zu positionieren. Neben traditionellen Herstellern bemühen sich auch deutlich jüngere Konkurrenten, einen Teil des wachsenden Marktes für sich zu gewinnen.

Aktuell liegt der Fokus für viele Autohersteller auf den Elektromodellen. Diese führen zwar ein breites Angebot an Modellen mit Verbrennungsmotoren; E-Fahrzeuge waren bis vor wenigen Jahren kaum im Sortiment vertreten. Hersteller haben erkannt, dass der Markt für E-Fahrzeuge gegenüber Modellen mit Verbennungsmotoren zurzeit noch klein ist, allerdings schon heute ein interessanter Wachstumsmarkt darstellt. Ausserdem gaben bisher einige Autobauer bekannt, dass sie einen kompletten Verbrenner-Ausstieg planen. Beispielsweise beteuerte Volkswagen, bis 2033-35 aus dem Geschäft mit Verbrennungsmotoren in Europa auszusteigen. Ähnliche Wege wollen auch Hersteller wie Hyundai, Fiat, Mini, Volvo und Ford gehen, um nur einige Marktteilnehmer zu nennen.

Reine E-Fahrzeug-Hersteller behaupten sich

Neben den traditionellen Herstellern möchten auch jüngere Unternehmen im E-Fahrzeug Markt mitmischen. Unterdessen gibt es einige junge Unternehmen, die ihre Produktion aufgenommen haben oder dies in naher Zukunft vorhaben.

Eines der bekanntesten Unternehmen im Elektrofahrzeugbereich ist Tesla. Im Jahr 2008 lancierte der US-amerikanische Hersteller sein erstes Fahrzeug. Mittlerweile bietet Tesla vier Fahrzeugtypen an und plant weitere Modelle ins Sortiment aufzunehmen. Zu Beginn befanden sich sämtliche Produktionsstandorte in den USA. Seit 2019 wird die Produktion durch einen Standort in Shanghai, China, ergänzt. Der erste europäische Produktionsstandort befindet sich in Berlin, wobei die Aufnahme der Massenproduktion für das erste Quartal 2022 erwartet wird.

An den Produktionsstandorten werden nicht nur E-Fahrzeuge hergestellt, sondern auch die benötigten Batteriezellen, Ladestationen und Anwendungen für das Eigenheim wie Stromspeicher oder Solaranwendungen.

Im asiatischen Raum haben sich die Unternehmen BYD und NIO auf die Produktion von E-Fahrzeugen spezialisiert. BYD führt ein breites Sortiment an elektrischen Fahrzeugen. Es werden normale Fahrzeuge vom Kleinstwagen bis hin zur oberen Mittelklasse angeboten. Zudem wird das Angebot um Linienbüse und LKWs erweitert. Produktionsstandorte befinden sich China, den USA und in Europa.

Den Fokus auf PKWs im chinesischen Markt legt NIO. Ein besonderes Merkmal sind die Batterien. Käufer:innen haben die Möglichkeit, die Batterie zu abonnieren. Dabei können sie entsprechend ihren Bedürfnissen die geeignete Batterie auswählen, was den Kaufpreis des Fahrzeuges beeinflusst. Ausserdem hat NIO in China ein Netzwerk von Batterie-Wechselstationen aufgebaut. Dies ermöglicht den schnellen Austausch einer Batterie und stellt eine Alternative zu den bisherigen Ladesäulen dar.

Marktaussichten für E-Fahrzeuge

Um ein Bild des Automarktes und der Aussichten für E-Fahrzeuge zu erhalten, ist es sinnvoll, einige allgemeine Daten zu analysieren. Letztes Jahr wurden in der EU 9.7 Millionen neue Fahrzeuge verkauft. Vor der Pandemie (2019) lag dieser Wert bei 13 Millionen (Europäischer Automobilherstellerverband). Aktuell belasten besonders die Halbeiter-Lieferengpässe die Produktionsvorhaben der Hersteller. Die Verkaufszahlen des Automobilmarktes haben sich noch nicht auf das Niveau vor der Pandemie erholt.

Deutschland ist der grösste Automobilmarkt in Europa. Daher lohnt es sich, einen Blick auf die Verkaufszahlen zu werfen. Das Kraftfahrt-Bundesamt stellt in dieser Hinsicht detaillierte Daten zur Verfügung. Um den Einfluss von E-Fahrzeugen zu messen, können die Neuzulassungen nach Kraftstoffarten sortiert werden. Während 2017 der Anteil an Neuzulassungen von E-Fahrzeugen noch unter 1% lagen, ist dieser Wert bis 2021 auf 13.6% angestiegen. Die Beliebtheit des elektrischen Antriebes hat in relativ kurzer Zeit Anklang gefunden. Ebenfalls gesteigert haben sich Hybrid und Plug-in Hybrid Fahrzeuge. Im Gegensatz dazu haben Fahrzeuge mit Diesel- und Benzinkraftstoffen Marktanteile abgegeben.

Das Wachstum dieser neuen Antriebsformen hat verschiedene Gründe. In vielen europäischen Ländern wird der Kauf von E-Fahrzeugen (Elektro oder Plug-in Hybrid) finanziell subventioniert. Dies lässt den Kauf eines E-Fahrzeuge gegenüber einem herkömmlichen Antrieb in finanzieller Hinsicht besser dastehen.

Die EU möchte die Verkehrsemissionen bis 2050 um 60% senken. E-Fahrzeuge erweisen sich über ihren gesamten Lebenszyklus als sauberere Alternative im Vergleich zu Verbrennungsmotoren. Aus politischer Sicht soll der Kauf von E-Fahrzeuge gefördert werden, weshalb viele Länder dies schon heute umsetzen.

Das Angebot an E-Fahrzeugen hat sich in den letzten Jahren stark erhöht. Für potenzielle Käufer:innen bedeutet dies eine grosse Auswahl in jeder Fahrzeugklasse. Mittlerweile bietet fast jeder Hersteller entsprechende Modelle an und investiert hohe Summen für die Forschung & Entwicklung, Ausbau der Kapazitäten und neue Produktionsstandorte.

Die Entwicklung des Marktes für E-Fahrzeuge bleibt spannend. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Ausweitung des Angebots durch die Hersteller und die Entwicklung von neuen Technologien sind interessante Aspekte dieses dynamischen Marktes.

Tracker-Zertifikat auf den Vontobel Electric Vehicle Basket

Anleger:innen erhalten mit dem Tracker-Zertifikat auf den Vontobel Electric Vehicle Basket einen einfach Zugang zum Thema E-Fahrzeuge. Für diesen Basket werden Unternehmen ausgewählt, die im Bereich der Elektromobilität tätig sind. Dazu gehören Hersteller von Elektrofahrzeugen und Batterien, sowie Unternehmen, die dazugehörige Komponenten herstellen und Infrastruktur für die Elektromobilität bereitstellen.

01.12.2022 21:01:41

 

Kommentar schreiben

 

  

 

  

 

* Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden

So wollen wir miteinander diskutieren! Beachten Sie bitte unsere Blog-Netiquette.