Das Ripple 1x1 – Teil 3: So funktioniert Ripple – Part 1

Das Ripple 1x1 – Teil 3: So funktioniert Ripple – Part 1

Freitag, 28. Juni 2019Lesezeit: 3 Minuten

Über ein Tracker-Zertifikat und über Mini Futures bietet Vontobel Anlegern Zugang zur Kryptowährung «XRP». Doch was hat es mit der drittbekanntesten Kryptowährung auf sich? In insgesamt sechs Teilen wollen wir Ihnen hochwertiges Wissen rund um das spannende Thema «Ripple» näherbringen.

Das Konzept Ripple wurde im Jahr 2012 vom kanadischen Webentwickler Ryan Fugger hervorgebracht. Das Unternehmen Ripple Labs (ehemals «Opencoin»), das dahintersteht, wurde dann von Jed McCaleb und Chris Larsen gegründet. Ripple verfügt über ein umfassendes System mit mehreren Produkten. In den «RippleLabs» werden die verschiedenen Systeme von Ripple erschaffen und weiterentwickelt. Dazu gehören xRapid, xCurrent und xVia.

Quelle: Vontobel Investment Banking, 2019

Die Bereitstellung von Liquidität durch xRapid

xRapid ist für Zahlungsanbieter und andere Finanzinstitute gedacht, die ihre Liquiditätskosten minimieren möchten. Da Zahlungen in Schwellenländer häufig vorfinanzierte Konten (sogenannte Nostro- und Lorokonten) in Landeswährungen auf der ganzen Welt erfordern, sind die Liquiditätskosten hoch. xRapid senkt den Kapitalbedarf für Liquidität dramatisch (Quelle: Ripple.com). XRP dient dabei als Vermittlerwährung zwischen verschiedenen Währungen. So werden die Währungen eingangs in XRP getauscht und dann zum Empfänger transferiert. Beim empfangenden Institut wird XRP wieder in die entsprechende Währung eingetauscht. Dadurch bietet die Plattform eine Kosteneinsparung von bis zu 70% gegenüber herkömmlichen Zahlungstransfers. Die traditionelle internationale Zahlungsabwicklung erfüllt die Anforderungen hinsichtlich Preis, Geschwindigkeit und Benutzerfreundlichkeit nicht. xRapid soll all diese Probleme gleichzeitig angehen. Dabei stellt xRapid XRP in den Fokus, denn sie wird dazu genutzt, um Liquidität und damit geringe Gebühren für Geldtransfers zwischen internationalen Märkten zu gewährleisten (Quelle: BTC-Echo).

Banken müssen in jeder Währung Nostro- und Lorokonten halten, um liquide zu bleiben. Ein Nostrokonto (nostro = «unser») ist ein Konto der Bank A (Kontoinhaber) bei einer anderen Bank B (Kontoführer). Ein Lorokonto (loro = «ihr») ist dasselbe Konto, aber aus Sicht der Bank A, die das Konto von Bank B führt. Wenn Bank A nun eine Zahlung zwischen verschiedenen Währungsräumen durchführen möchte, muss sie die Bank B beauftragen, das Nostrokonto dementsprechend zu belasten. Diese Konten sind mit immensen Kosten verbunden, da das Geld dort lediglich geparkt wird. Des Weiteren müssen Nostrokonten in einer Fremdwährung gehalten werden, d.h., man ist dem Inflationsrisiko ausgesetzt. Diese Probleme im internationalen Zahlungsverkehr möchte Ripple lösen. Durch xRapid wird der Kapitalbedarf auf den Nostro- und Lorokonten drastisch minimiert da die Liquidität on-Demand mit Hilfe des XRP Coins angeboten und nachgefragt werden kann. Des Weiteren muss nicht mehr jede Bank ein Nostrokonto führen; es genügt, wenn irgendjemand dies tut und bei Bedarf die Liquidität zur Verfügung stellt (Quelle: Cryptolist).

Der Konkurrent zu SWIFT: xCurrent

xCurrent ist Ripple‘s Unternehmenssoftwarelösung, mit der Banken grenzüberschreitende Zahlungen mit End-to-End-Tracking binnen weniger Sekunden abwickeln können. Schätzungen von Ripple zufolge könnten Banken ihre Kosten im Zahlungsverkehr mit xCurrent um ca. 33% senken. Mit xCurrent können Banken auch Nachrichten schreiben und so beispielsweise eingegangene Transaktionen sofort validieren.

Um Klarheit über Transaktionen zu schaffen, wurde vom «RippleNet Advisory Board» ein Regelwerk entwickelt, welches den operativen und rechtlichen Rahmen bestimmt. xCurrent bietet eine Alternative zu SWIFT («Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication»), ein Nachrichtensystem, das Kritiker als rückständig betrachten.

Die Anwendungsschnittstelle xVia

xVia ist ein Interface und gleichzeitig die Verknüpfung von xRapid und xCurrent. Zahlungsdienstleister und Banken können mittels xVia grenzüberschreitende Zahlungen aus verschiedenen Währungsräumen effizient, zuverlässig, transparent und schnell durchführen. Ausserdem können Dokumente wie Rechnungen oder Begleitschreiben angehängt werden. Die einfache API («Application Programming Interface», zu Deutsch Anwendungsschnittstelle) von xVia erfordert zudem keine Softwareinstallation.

xVia ist jedoch mehr als ein Interface, da es Transaktionen über verschiedene Netze standardisieren möchte. Die API von xVia können Banken nutzen, um xCurrent und xRapid zu verwenden. XRP hat dabei eine zentrale Position für Ripple. Zwar spielt die Kryptowährung für xCurrent und xVia direkt keine Rolle, xCurrent kann jedoch optional auch XRP für Transaktionen verwenden, während xVia ohnehin eher eine Art «Frontend-Lösung» als eine eigene Zahlungsplattform ist.



11.12.2019 19:27:19

 

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