CLNs – eine attraktive Anlagemöglichkeit in der Niedrigzinsphase?

CLNs – eine attraktive Anlagemöglichkeit in der Niedrigzinsphase?

Dienstag, 30. Juli 2019Lesezeit: 2 Minuten

Seit vergangenem Donnerstag ist klar, dass die EZB im September ihre Geldpolitik voraussichtlich noch weiter lockern wird. Am Mittwoch gibt die Fed ihren Zinsentscheid bekannt. Auch hier wird eine Leitzinssenkung um 0,25% oder gar 0,5% erwartet. Dann könnte allenfalls auch die Schweizerische Nationalbank nachziehen und ihrerseits den Leitzins von -0,75% weiter senken, um einen starken Franken zu verhindern und der exportorientierten Schweizer Wirtschaft nicht zu schaden. Dies hat Auswirkungen auf Sparer, denn die Banken kommen irgendwann nicht mehr umhin, diese Belastungen an den Privatanleger weiterzugeben. Selbst die Rendite der 10-jährigen Schweizer Staatsanleihe erreichte am Freitag vergangener Woche sogar ein neues historisches Tief: bei -0.604%. Und die Schweiz ist damit nicht allein. Credit Linked Notes (CLNs) könnten in diesem Umfeld eine attraktive Rendite bieten.

Funktionsweise einer CLN

Eine Credit Linked Note fällt in die Anlageklasse der Kreditderivate bzw. strukturierten Produkte und wird daher auch als synthetische Unternehmensanleihe bezeichnet, welche das Kreditrisiko eines ausgewählten Schuldners «investierbar» macht. Dabei fungiert der Anleger als Versicherungsgeber wofür er eine periodische Prämie (Couponzahlung) erhält. Im Gegenzug trägt der Anleger das Risiko eines Kreditereignisses, welches bei Eintreten weitere Couponzahlungen sowie die Rückzahlung ganz oder teilweise gefährden kann. Somit ist die Zahlungsfähigkeit des Referenzschuldners massgeblich. Im Gegensatz zu einem Aktieninvestment ist die Rückzahlung nicht von Marktvolatilitäten oder dem Einfluss schlechter Nachrichten betroffen – solange kein Kreditereignis eintritt.

Was ist ein Kreditereignis?

Ein Kreditereignis tritt beispielsweise dann ein, wenn ein Schuldner seinen Verpflichtungen zur Schuldentilgung – einschliesslich Coupon- und Kapitalrückzahlung – nicht mehr nachkommen kann oder diese zu spät getätigt werden. Genauere Angaben entnehmen Sie bitte den jeweiligen Termsheets (Final Terms).

Kreditereignis, was nun?

Bei Feststellen eines Kreditereignisses in Bezug auf den Referenzschuldner durch die Berechnungsstelle erfolgen ab diesem Zeitpunkt keine weiteren Couponzahlungen aus dem strukturierten Produkt. Der Nennwert des Zertifikats wird mit dem vom Emittenten ermittelten prozentualen Rückzahlungsfaktor, welcher dem Marktwert oder der Konkursquote entspricht, zurückbezahlt (vgl. Termsheet). Entstehende Verluste sind vom Anleger zu tragen – im Extremfall kann ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals entstehen.

Mehrrendite gegenüber einer Anleihe – bei positiver CDS-Basis

Doch zu welchem Zweck die Hinzunahme des Referenzschuldners? Grundsätzlich gibt es dafür mehrere Gründe. Im Falle dieses Produkttyps geht es den Anlegern in der Regel darum, sich das gestiegene Ausfallrisiko des Referenzschuldners zunutze zu machen. COSI® CLNs, für deren Rückzahlung das Eintreten oder Nicht-Eintreten eines Ausfallereignisses massgeblich ist, können zum Beispiel eine Mehrrendite gegenüber herkömmlichen Unternehmensanleihen des Referenzschuldners bieten. Man könnte auch sagen, das Ausfallrisiko eines Unternehmens wird über sie «investierbar».

Damit mit einer Credit Linked Note mit Referenzschuldner eine Mehrrendite gegenüber einer herkömmlichen Anleihe erreicht werden kann, muss eine positive CDS-Basis vorhanden sein. Doch was ist eine positive CDS Basis?

Die «Basis» spiegelt die Spread-Differenz zwischen dem Credit Default Swap (CDS) – dem Derivat – und der Anleihe (Kassa) für den gleichen Emittenten mit ähnlicher wenn nicht exakt gleicher Laufzeit wider. Die Basis kann positive wie auch negative Werte annehmen. Eine positive Basis besagt, dass der CDS-Spread grösser als der Anleihen-Spread (Asset Swap Spread - ASW) ist.

Als Credit Default Swap-Spread, kurz CDS-Spread oder Credit Spread, bezeichnet man die Ausfallprämie (Versicherungsprämie) bei einem CDS-Kontrakt, die als Ausgleich für die Übernahme des Ausfallrisikos einer Kreditschuld gezahlt wird. Der CDS-Spread wird seitens des Sicherungsnehmers an den Sicherungsgeber entrichtet. Für seine Höhe ist das Risikopotenzial bzgl. des Zahlungsausfalls des Schuldners massgeblich. Ausgedrückt werden CDS-Spreads üblicherweise in Basispunkten p.a.

Als Asset Swap Spread (ASW) bezeichnet man den Spread (die Differenz)
über LIBOR, den der Fixed-Rate-Zahler in einem Asset Swap erhält. Asset
Swap = Bond + Interest Rate Swap; Fixed Rate Zahler zahlt Coupons aus
dem Bond und erhält LIBOR + x, wobei x den Asset Swap Spread darstellt
Alternativ: asset swap spread: bond yield – swap rate.

24.10.2019 07:05:22

 

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