Clever investieren – statt renditelos sparen

Clever investieren – statt renditelos sparen

Mittwoch, 20. Mai 2020Lesezeit: 2 Minuten

Bis im Februar dieses Jahres haben die Aktienmärkte einen Rekord um den nächsten aufgestellt. Doch dann haben die Märkte abrupt gedreht. Und wenn sich die Stimmung an den Märkten etwas abkühlt und Rezessionsängste laut werden, suchen Anleger vermehrt nach weniger riskanten Renditequellen. Anlageprodukte, über die sich auch in solchen Zeiten Renditen erwirtschaften lassen – bei gleichzeitig überschaubaren Risiken – könnten eine interessante Möglichkeit bieten.

Magere Zinsaussichten und «no free lunch»

Wie steht es eigentlich um die konventionellen Zinsanlagen wie Staatsobligationen? Ein ernüchternder Blick auf die Renditeentwicklung zeigt: Trotz der typischerweise langen Laufzeiten werfen sie so gut wie nichts mehr ab – wenn überhaupt. Viele der Staatsanleihen weisen inzwischen sogar negative Renditen auf.

Investoren wünschen sich aber vor allem eines: Rendite. Sie halten Ausschau nach cleveren Alternativen zur klassischen Zinsanlage. «There ain’t no such thing as a free lunch», besagt jedoch eine bekannte englische Redensart. Demnach hat alles seinen Preis; umsonst gibt es nichts. Um akzeptable Renditen zu erwirtschaften, muss man letztlich bereit sein, höhere Risiken einzugehen. Renditetechnisch etwas besser als bei den Eidgenossen sieht es zum Beispiel bei den Staatsobligationen von Schuldnerstaaten wie Italien oder Griechenland aus – oder aber bei gewissen Unternehmensanleihen. Diese werden aber als deutlich riskanter eingestuft als Anleihen von erstklassigen Schuldnern – und haben aktuell auch eine Rendite, die nicht weit über Null respektive eins liegt.

Risikoreiche Direktanlage in Aktien

«Investieren» statt «Geld horten» sollte unter diesen Bedingungen eigentlich die Devise lauten. Denn mit der Bereitschaft, etwas höhere Risiken einzugehen, kann man durch höhere Renditechancen «entschädigt» werden. Aktien gelten zum Beispiel als Anlageklasse mit üblicherweise guten Gewinnaussichten. Doch kann es an den Aktienmärkten immer wieder turbulent zugehen und Kursverluste sind nicht ausgeschlossen.

Vorsicht ist aus Anlegersicht grundsätzlich geboten, wenn Wachstumsaussichten abkühlen und das Fieberthermometer an den Märkten steigt. Doch muss man deshalb vollends auf Aktienanlagen verzichten? Nicht unbedingt. Anlagen in Aktien mögen zwar mit tendenziell höheren Risiken behaftet sein. Durch den Einsatz strukturierter Produkte können diese allerdings effektiv gesteuert werden, sodass Anleger weiterhin von interessanten Renditechancen einer Aktienanlage profitieren könnten.

Aktienlieferung? Nur zu einem tieferen Preis – oder gar nicht

Tatsächlich gibt es Anlageinstrumente, die interessante Renditequellen erschliessen und gleichzeitig eine defensivere Risikobereitschaft berücksichtigen. Der sogenannte Reverse Convertible mit tiefem Bezugspreis zum Beispiel zeigt, wie Anleger von angemessenen Renditechancen eines Aktieninvestments profitieren und gleichzeitig dessen Risiko substanziell mindern können. Anleger profitieren von einem attraktiven Fixcoupon, der in jedem Fall gezahlt wird. Doch ist die Rendite eines Reverse Convertibles auf die Höhe eben dieses Coupons begrenzt.

Sollten die Aktienkurse über die Couponhöhe hinaus ansteigen, partizipieren Investoren an diesem Wertzuwachs nicht und eine Direktanlage wäre vorteilhafter.

Die Aktie gegebenenfalls günstiger beziehen

Im Gegenzug gibt es wie gesagt den Sicherheitspuffer. Er hält bis zum Laufzeitende stand, wenn keine der zugrundeliegenden Aktien mehr an Wert verliert, als eben dieser Sicherheitspuffer. Liebgt der Ausübungspreis beispielsweise bei 60%, dann sind Anleger von Kursverlusten bis zu 40% geschützt. Es kommt in diesem Fall zur vollen Rückzahlung des Nennwertes am Laufzeitende. Doch selbst wenn der Sicherheitspuffer bis zum Laufzeitende aufgebraucht wird, fällt der Verlust mit einem Reverse Convertible deutlich geringer aus als bei einem Direktinvestment in seine schwächste, zugrundeliegende Aktie. Der Grund: Anleger erhalten zwar in diesem für sie «schlechten Fall» die physische Lieferung des Titels in ihr Depot geliefert. Doch dies zu einem viel tieferen Kurs als im Zeitpunkt der Anfangsfixierung des Reverse Convertibles. Investoren profitieren quasi von einem Discount in Höhe des Sicherheitspuffers – zum Beispiel in Höhe der bereits erwähnten 40%. Dieser Discount stellt nicht nur die Basis für den Sicherheitspuffer, sondern bewirkt ausserdem, dass der Reverse Convertible erst bei einem Kursrückgang von 40% langsam in die Verlustzone gerät.

Der Anleger trägt das Ausfallrisiko der Emittentin.

 

 

26.10.2020 20:47:57

 

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