Bitcoin fürs Wertschriften-Depot

Freitag, 8. Juli 2016Lesezeit: 7 Minuten

Was steckt hinter der Bezeichnung Bitcoin? Wie verhält sich die «neue» Anlageklasse gegenüber den traditionellen? Für interessierte (risikofreudige) Anleger könnte es sich lohnen, sich näher mit der Thematik zu befassen.

Aus einem zunächst kleinen Nischenprojekt unter dem bis heute unaufgedeckten Pseudonym «Satoshi Nakamoto» aus dem Jahr 2008 wurde ein grosses globales Phänomen. Bitcoin ist heute in aller Munde. Doch was sind Bitcoins eigentlich? Und warum sind sie so bahnbrechend? Um mögliche Erfolgschancen innerhalb eines Portfolios abzuschätzen, ist ein grundsätzliches Verständnis von Bitcoin nötig. Auseinandersetzen sollten sich potenzielle Investoren im Vorfeld mit der Funktionsweise des Bitcoin-Systems und seiner Hintergründe, der Preishistorie und damit verbundenen Risiken.

Vontobel – erste Schweizer Anbieterin eines Bitcoin-Zertifikats


Als erste Schweizer Emittentin legte Vontobel am 01.07.2016 ein Tracker-Zertifikat auf Bitcoin zur Zeichnung auf. Investoren in der Schweiz können nun erstmalig an der Wertentwicklung von Bitcoin teilhaben.

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Bitcoin: um was es geht

Bitcoin ist ein virtuelles Geldsystem beziehungsweise die grösste und bekannteste Kryptowährung. Aufgebaut ist es nach sogenannten kryptografischen Prinzipien (Verschlüsselungs- und Informationssicherheit; Quelle: bitcoin-start.de). Die Landschaft der Kryptowährungen ist extrem vielfältig. So existieren gemäss coinmarketcap.com derzeit 705 verschiedene Kryptowährungen mit einer totalen Marktkapitalisierung von insgesamt rund 12.8 Milliarden US-Dollar. Den grössten Teil davon nimmt dabei Bitcoin mit ca. 10.7 Milliarden US-Dollar ein (Quelle: coinmarketcap.com; Stand: 05.07.2016; 8.20 Uhr).

Bitcoin basiert auf einer dezentral gelagerten Datenbank – der sogenannten «Blockchain». Sie enthält alle bisher getätigten Transaktionen in Blöcken. Die Kryptowährung wurde wie gesagt 2008 durch das unter dem Pseudonym «Satoshi Nakamoto» verfasste White Paper «Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System» ins Leben gerufen. Es beschreibt ein rein elektronisches «Peer-to-Peer»-Geldsystem, das Online-Zahlungen zwischen zwei Parteien ohne Einbindung eines Intermediärs (z. B. einer Bank) zulässt. Unter «Peer-to-Peer» versteht man die «Kommunikation unter Gleichen».

Mittels Bitcoin lassen sich folglich Überweisungen über das Internet abwickeln, ohne dass beispielsweise eine traditionelle Bank als Abwicklungsstelle dazwischengeschaltet ist. Dabei werden immer wieder entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlichen Währungen genannt: die hohe Anonymität, niedrige Transaktionskosten sowie die limitierte Anzahl von Bitcoins. Zwar wächst die Zahl der sich in Umlauf befindenden Bitcoins aktuell wegen des sogenannten «Minings». Doch wird die maximale Zahl von 21 Millionen erst ca. im Jahr 2140 erreicht sein.

Eine zentrale Überwachungsinstanz für die Herausgabe gibt es nicht. Das ganze System wird über ein grosses Netzwerk von Computern verteilt. So basieren Bitcoins beziehungsweise alle bisher getätigten Transaktionen wie bereits erwähnt auf einer dezentral gelagerten Datenbank – der Blockchain.

 

Was steckt hinter Bitcoin?

Das oben erwähnte «Mining» beziehungsweise dessen Prozess ist ein elementarer Bestandteil der Blockchain-Technologie. Hier eine stark vereinfachte Darstellung dieses Prozesses:

Wird eine Bitcoin-Transaktion (A möchte Geld zu B überweisen) ausgelöst, dann wird sie einem «Block» angefügt. Zur Ausführung der Transaktion muss der «Block» durch einen «Miner» (zu Deutsch: Minenarbeiter) verifiziert werden. Dies geschieht durch den sogenannten «Proof-of-Work», wobei ein oder mehrere Computer ein mathematisches Rätsel lösen müssen. Sobald es geknackt wurde, wird der «Block» der «Chain» (Kette) angefügt. Die «Blockchain», die nun wieder sämtliche Bitcoin-Transaktionen umfasst, wird dem Netzwerk zugestellt. Im Durchschnitt wird alle zehn Minuten ein solcher «Block» der «Chain» angefügt und dies dem Computer-Netzwerk mitgeteilt. Dem «Miner» wird für diese Arbeit eine Vergütung in Form von neuen Bitcoins überwiesen. Durch diese Vergütungen erhöht sich die Anzahl der sich in Umlauf befindenden Bitcoins stetig. Um deren Begrenzung (21 Millionen Bitcoins) sicherzustellen, wird die Vergütung für jeden neuen «Block» im Durchschnitt alle vier Jahre halbiert. Man spricht auch vom sogenannten «Halving».

Grafik 1 illustriert die Funktionsweise einer Blockchain beziehungsweise die Art und Weise, wie eine Bitcoin-Überweisung durchgeführt wird.

Grafik 1: Funktionsweise einer Blockchain (Quelle: Financial Times, online, 27.06.2016)

 

Bitcoin-Kurs mit Höhen und Tiefen

In den letzten fünf Jahren durchlebte der Bitcoin-Kurs in US-Dollar stürmische, aber auch ruhigere Zeiten.

Grafik 2: Bitcoin-Kursentwicklung in USD (Quelle: Bloomberg; Zeitraum 19.07.2011–05.07.2016).

Grafik 2 zeigt die Kursentwicklung von Bitcoin in US-Dollar zwischen dem 05.07.2011 und dem 05.07.2016. Nach einem Höhepunkt im November 2013 folgte ein langer und schmerzhafter Zerfall des Bitcoin-Preises. Den Tiefpunkt erreichte er am 14.01.2015 mit ungefähr 177 US-Dollar. Während dieser Zeit wurde der Bitcoin von einigen Medien sogar schon für «tot» erklärt (https://99bitcoins.com/obituary-stats). Danach stabilisierte sich der Bitcoin-Preis während der ersten drei Quartale 2015 aber wieder und bewegte sich in einer Bandbreite von 200 bis 300 US-Dollar (Quelle: «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class», Juni 2016). Historische Daten sind jedoch keine verlässlichen Indikatoren für künftige Wertentwicklungen.

Anfang November 2015 sprang der Bitcoin-Preis innerhalb von rund 3.5 Tagen plötzlich um rund 55% nach oben.

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Die kleinste Einheit eines Bitcoins (0.00000001 BTC) nennt man Satoshi.

Ein eindeutiger Grund dafür liess sich nicht eruieren. Vielmehr schien es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren gewesen zu sein. So werden beispielsweise erhöhte Handelsvolumina an Chinas Bitcoin-Börsen oder Europas neue Regelung bezüglich der Mehrwertsteuer angeführt (Bitcoin wurde bezüglich Steuerzwecken den traditionellen Währungen gleichgesetzt). Dies könnte ebenfalls als möglicher Kurstreiber in Betracht gezogen werden. Weiter stellte Coinbase 70% mehr Anmeldungen als durchschnittlich fest (Quelle: «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class», Juni 2016).

In den jüngsten Kursanstiegen glauben Marktbeobachter unterschiedliche Gründe zu erkennen. Dabei dürfte auch der «Brexit» eine entscheidende Rolle gespielt haben (Quelle: coindesk.com): Während der ersten zwei Juni-Wochen ist der Bitcoin-Kurs um mehr als 40% angestiegen. Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind jedoch keine verlässlichen Indikatoren für die künftige Wertentwicklung.

 

Faktoren, die für ein Investment sprechen könnten

Was wird den Preis mittelfristig beeinflussen? Die Community rund um die beliebte Kryptowährung nennt unterschiedliche Faktoren, die einen weiteren Kursanstieg begünstigen könnten. Um nur einige aufzuführen:

Das Potenzial möglicher Investoren ist gross

Gemäss der aktuellen Studie vom Juni 2016 «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class» der New Yorker ARK Invest und der bekannten kalifornischen Bitcoin-Plattform Coinbase sollen derzeit ungefähr sieben Millionen Personen weltweit in Bitcoins investiert sein. Dies entspricht aber nur ungefähr einem Prozent der aktuellen Aktieninvestoren und nur einem Promille der Gesamtbevölkerung. Ein Umstand, der zeigt, dass eine grosse Anzahl potenzieller Investoren existieren könnte.

Bitcoin-Halving

Ein «Bitcoin-Halving» wird wohl vermutlich noch dieses Wochenende durchgeführt. Die Konsequenz für die «Miner»: Ihre Belohnung für einen validierten Block wird von 25 auf 12.5 Bitcoins halbiert, was einen Kursanstieg auslösen könnte (CoinDesk.com). Inwiefern der Bitcoin-Preis dieses Ereignis jedoch bereits antizipiert und es in der Preisentwicklung schon reflektiert wird, lässt sich nicht abschätzen.

Ein Blick auf das letzte «Halving» vom 28.12.2012 zeigt, dass die Halbierung einen kontinuierlichen Preisanstieg von ungefähr 12 US-Dollar pro Bitcoin auf über 180 US-Dollar zur Folge hatte. Ungefähr ein Jahr später erreichte der Bitcoin-Kurs sogar sein absolutes Hoch bei ungefähr 1130 US-Dollar (t3n.de; Bitcoin-Halving-Day). Dabei sei jedoch erwähnt, dass historische Daten keine verlässlichen Indikatoren für künftige Wertentwicklungen sein können.

Blockchain-Technologie

Die zunehmende Bekanntheit der Blockchain-Technologie setzt ebenfalls optimistische Signale. Und das gestiegene Interesse seitens kommerzieller Sektoren wie Banken oder Versicherungen könnte ebenso einen positiven Beitrag leisten (CoinDesk.com).

Garrick Hilemann erwähnte in seinem Artikel auf CoinDesk.com die Tatsache, dass im ersten Quartal 2016 (Daten von CoinDesk) über 1.1 Milliarden US-Dollar Venture-Capital in Bitcoin beziehungsweise Blockchain-Start-ups investiert wurden. Hilemann war sich jedoch nicht sicher, wie lange es noch dauern würde, bis die Blockchain-Technologie genug ausgereift ist, um sie tatsächlich im Geschäftsalltag einzusetzen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich ein Durchbruch der zugrunde liegenden Blockchain-Technologie nicht zwingend positiv auf den Bitcoin-Kurs auswirken muss.

Zunehmende Akzeptanz

Ebenfalls günstig könnte sich die zunehmende Akzeptanz von Bitcoin als Zahlungsmittel auf den Bitcoin-Kurs auswirken. Ein Beispiel: Seit dem 01.07.2016 können bei der Einwohnerkontrolle Zug im Stadthaus Gebühren bis zu 200 Franken in Bitcoins beglichen werden (stadtzug.ch; 04.07.2016). Hier finden Sie weitere Beispiele in Form von Webseiten, auf denen ebenfalls Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert werden.

 

Was ein Investment interessant machen könnte

Bitcoin zeigt gemäss dem erwähnten Research White Paper «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class» (Juni 2016) die folgenden Charakteristiken einer einzigartigen Anlageklasse auf:

Preisunabhängigkeit

Die rollierende durchschnittliche Ein-Jahres-Korrelation von Bitcoin zu S&P 500®, US-Anleihen, Gold, US-Immobilien, Öl und Emerging-Markets-Währungen der letzten fünf Jahre (Dezember 2011 bis April 2016) lag um null (–0.02). Dieses bemerkenswerte Ergebnis zeigt, dass die Bitcoin-Renditen (während des Analysehorizontes) nahezu unkorreliert (nicht gleichlaufend und auch nicht entgegengesetzt) mit anderen Assetklassen waren (Quelle: «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class», Juni 2016).

 

«Bitcoin ist der am wenigsten korrelierte Vermögenswert gegenüber anderen, traditionellen Anlageklassen.»
Chris Burniske, Blockchain Analyst bei ARK Investment Management (forbes.com, Juni 2016)

Diese Preisunabhängigkeit könnte aus Diversifikationsgründen zur Beimischung in einem Portfolio interessant sein.

Rendite-Risiko-Profil

Gemäss den Autoren der Studie «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class», Chris Burniske und Adam White, ist die Volatilität der digitalen Währung gegenüber den Anfängen (Volatilität von über 50%) deutlich gesunken. Die Autoren sehen die Gründe in stabileren und liquideren Börsenplätzen, besseren regulatorischen Zulassungen oder zunehmend zuverlässigeren Preisdaten. Nichtsdestotrotz fällt die wöchentliche Volatilität von Bitcoin im Vergleich zu den oben genannten Anlageklassen in allen analysierten Perioden am höchsten aus. Speziell zu erwähnen ist, dass über das letzte Jahr gesehen der Bitcoin-Preis (7%) nur leicht volatiler war als der Ölpreis (6%) (Quelle: «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class», Juni 2016).

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Hätte ein Anleger vor vier Jahren 10’000 US-Dollar in Bitcoins angelegt, hätte er jetzt knapp 1 Million US-Dollar. Dies entspräche einer 56- bis 212-fachen Outperformance gegenüber den traditionellen Anlageklassen (Quelle: «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class», Juni 2016).
Historische Daten können keine verlässlichen Indikatoren für künftige Wertentwicklungen sein.

Werden Investoren für das durch die Volatilität bedingte erhöhte Risiko gegenüber den traditionellen Anlageklassen entschädigt? Dazu haben Chris Burniske und Adam White die «Sharpe Ratios» analysiert. Diese Kennzahl ist ein verbreitetes Mass für risikoadjustierte Renditen. Sie misst die Renditen über dem risikofreien Zins (3-Monats US-Treasury Bill) pro eingegangener Risikoeinheit (Volatilität). Auch hier umfasste der Analysehorizont fünf Jahre (Dezember 2011 bis April 2016). Die Autoren erwähnen, dass die risikoadjustierten Renditen sehr gut ausfallen, obwohl die Volatilität – historisch gesehen – sehr hoch war. Gemäss der Studie sind die berechneten «Sharpe Ratios» ausgezeichnet. In allen fünf Perioden (letzte fünf, vier, drei, zwei, ein Jahr[e]) lieferte Bitcoin mit die besten positiven Renditen im Verhältnis zum eingegangenen Risiko (Quelle: «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class», Juni 2016).

 

Mit dem VONCERT auf Bitcoin in die Kryptowährung investieren

Mit dem ersten Tracker-Zertifikat auf Bitcoin in US-Dollar von einer Schweizer Bank als Emittentin vereinfachen wir den Investmentzugang zu Bitcoin erheblich. Das «Bitcoin-Investment» wird sozusagen «bankable» und lässt sich direkt in Ihre Portfolioallokation beziehungsweise Ihr Wertschriftendepot integrieren. Interessierte Anleger in der Schweiz haben damit erstmalig die Möglichkeit, mittels eines Tracker-Zertifikats an der Entwicklung des Bitcoin-Kurses in US-Dollar (nahezu eins zu eins an dessen Gewinnen, aber auch Verlusten) zu partizipieren, ohne dass sie im Besitz von Bitcoins sein müssen.

Für das Zertifikat mit zweijähriger Laufzeit wurde eine Zulassung an der Schweizer Börse beantragt. Diese steht unter dem Vorbehalt der Zulassung von Bitcoin als Basiswert. Die Anfangsfixierung erfolgt am 15.07.2016 und die Schlussfixierung am 16.07.2018. Dazwischen können Investoren das VONCERT im Sekundärmarkt handeln, also zum jeweils herrschenden Geld-/Briefkurs kaufen oder verkaufen.

 

Bitcoin News Schweiz (www.bitcoinnews.ch)

News, Preise und Informationen zu Bitcoin und anderen digitalen Währungen (EN) (www.coindesk.com)

Informationsseite über Marktkapitalisierungen von Krypto-Currency (www.coinmarketcap.com)

Faktenblatt Bitcoins – FINMA, 25.06.2014 (Link)

18.03.2019 23:14:45

 

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