Bitcoin: die digitale Münze

Bitcoin: die digitale Münze

Dienstag, 1. November 2016Lesezeit: 5 Minuten

Bitcoin mausert sich zu einer Anlageklasse. Was es aus Portfoliosicht so interessant macht und wie Anleger mittels des schweizweit ersten Anlagezertifikates auf Bitcoin in die interessante Kryptowährung investieren können.

Aus dem zunächst kleinen Nischenprojekt einer mysteriösen Person, die sich «Satoshi Nakamoto» nannte, wurde ein globales Phänomen, das immer weitere Kreise zog. Seinen Anfang fand Bitcoin im Jahr 2008. Heute hat der Begriff seinen Insider-Status hinter sich gelassen und ist in aller Munde. Kaum ein Tag vergeht, an dem sich das Schlagwort nicht in der Presse wiederfindet. Worum es sich konkret handelt und worauf sich der Erfolg von Bitcoin in der digitalen Welt begründet? Wir bringen etwas Licht ins Dunkel und zeigen ausserdem auf, wie Anleger Bitcoin für sich nutzen können.

 

Was den Bitcoin-Kurs beeinflussen könnte

In der Community rund um die beliebte Kryptowährung werden unterschiedliche Faktoren eruiert, die einen weiteren Anstieg des Kurses begünstigen bzw. dessen Entwicklung grundsätzlich beeinflussen könnten.

Potenzial möglicher Investoren Gemäss der aktuellen Studie «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class» der New Yorker ARK Invest und der bekannten kalifornischen Bitcoin-Plattform Coinbase vom Juni 2016 sollen derzeit ungefähr sieben Millionen Personen weltweit in Bitcoins investiert sein. Dies entspricht aber bislang nur ungefähr 1% der derzeitigen Aktieninvestoren und nur einem Promille der Gesamtbevölkerung.

Bitcoin-Halving

Ein Blick auf das erste «Halving» vom 28.11.2012 zeigt, dass die Halbierung einen kontinuierlichen Preisanstieg von ungefähr 12 US-Dollar pro Bitcoin auf über 180 US-Dollar zur Folge hatte. Ungefähr ein Jahr später erreichte der Bitcoin-Kurs sein absolutes Hoch bei ungefähr 1130 US-Dollar (t3n.de). Das zweite Halving fand erst kürzlich am 09.07.2016 statt.

Blockchain-Technologie

Garrick Hileman thematisierte in seinem Artikel auf CoinDesk.com die Investitionen des ersten Quartals 2016 in Blockchain-Start-ups (CoinDesk) von über 1.1 Milliarden US-Dollar durch Venture-Capitals. Hileman war sich jedoch nicht sicher, wie lange es noch dauern würde, bis die Blockchain-Technologie genug ausgereift sein würde, um tatsächlich im Geschäftsalltag eingesetzt zu werden.

Zunehmende Akzeptanz

Ebenfalls günstig könnte sich eine grundsätzlich zunehmende Akzeptanz von Bitcoin als Zahlungsmittel auswirken. Ein Beispiel: Seit dem 01.07.2016 können bei der Schweizer Einwohnerkontrolle Zug im Stadthaus Gebühren von bis zu 200 Franken in Bitcoins beglichen werden (stadtzug.ch; 04.07.2016).

Bitcoin – eine virtuelle Währung

Alles begann mit der Idee, eine virtuelle Währung ins Leben zu rufen, mit der sich Online-Zahlungen schnell und günstig durchführen lassen – jenseits traditioneller «Bankenkanäle». Bei Bitcoin handelt es sich folglich um ein virtuelles Geldsystem. Bitcoin ist eine Kryptowährung, weil sie auf sogenannten kryptografischen Prinzipien aufgebaut ist (bitcoin-start.de). Kryptowährungen gibt es an sich viele: derzeit 705 laut coinmarketcap.com. Zusammen weisen sie eine Marktkapitalisierung von insgesamt rund 12.8 Milliarden US-Dollar auf. Den grössten Anteil hat die bekannteste: Das ist Bitcoin mit ca. 10.7 Milliarden US-Dollar (coinmarketcap.com, 05.07.2016).

 

Überweisung ohne Einbindung von Banken

Bitcoin resultiert aus einer dezentral gelagerten Datenbank – der sogenannten «Blockchain» –, die alle getätigten Transaktionen in Blöcken enthält. Das unter dem Pseudonym «Satoshi Nakamoto» im Jahr 2008 verfasste White Paper «Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System» beschreibt Bitcoin als ein rein elektronisches «Peer-to-Peer»-Geldsystem, das Online-Zahlungen zwischen zwei Parteien ohne Einbindung eines Intermediäres wie einer Bank zulässt. Unter «Peer-to-Peer» versteht man die «Kommunikation unter Gleichen». Gegenüber herkömmlichen Währungen und Zahlungsabwicklungen weist dies Vorteile auf: Genannt werden zum Beispiel eine hohe Anonymität, niedrige Transaktionskosten sowie die limitierte Anzahl umlaufender Bitcoins. Zwar wächst deren Zahl derzeit wegen des anhaltenden «Schürfens» von immer neuen Bitcoins, des sogenannten «Minings». Doch wurde die maximale Menge auf 21 Millionen begrenzt. Erst im Jahr 2041 kann sie erreicht werden.

 

Lösen des «mathematischen Rätsels» in der Blockchain

Eine zentrale Überwachungsinstanz für die Herausgabe von Bitcoins gibt es nicht. Verteilt werden sie über ein grosses Netzwerk von Computern. Bei der Blockchain handelt es sich um die Produktionsquelle für Bitcoins. Wird eine Transaktion (A möchte Geld zu B überweisen) ausgelöst, wird sie einem «Block» angefügt. Zur Ausführung der Transaktion muss der «Block» durch einen «Miner» (zu Deutsch: Minenarbeiter) verifiziert werden. Dies geschieht durch den sogenannten «Proof-of-Work», wobei ein oder mehrere Computer ein mathematisches Rätsel lösen müssen. Sobald es geknackt wurde, wird der «Block» der «Chain» (Kette) angehängt. Die Blockchain, die nun wieder sämtliche Bitcoin Transaktionen umfasst, wird dem Netzwerk zugestellt. Im Durchschnitt wird alle zehn Minuten ein solcher «Block» der «Chain» angefügt und dies dem Computer-Netzwerk mitgeteilt.

 

Vergütung des Minenarbeiters schafft neue Bitcoins

Man bezeichnet diesen Prozess als «Mining», denn neue Bitcoins werden stetig «geschürft», was die Menge umlaufender Einheiten ständig wachsen lässt. Doch was hat das «Mining» mit dem Bitcoin zu tun? Der «Miner» wird für seine erfolgreiche Arbeit – das Lösen des Rätsels – vergütet. Dies erfolgt über die Generierung neuer Bitcoins; sie werden ihm überwiesen. Um zu verhindern, dass die Zahl umlaufender Bitcoins ins Unermessliche steigt und inflationäre Tendenzen annimmt, wird die Vergütung für jeden neuen «Block» jedoch im Schnitt alle vier Jahre halbiert. Damit wird die erwähnte Begrenzung auf 21 Millionen Bitcoins im 2041 sichergestellt. Man bezeichnet diesen Vorgang als «Halving».

 

Bitcoin: Anlageklasse – und neuer «sicherer Hafen»?

Bitcoin zeigt gemäss dem erwähnten Research White Paper «Bitcoin: Ringing the Bell for a New Asset Class» (Juni 2016) die Charakteristiken einer einzigartigen Anlageklasse auf. So handelt es sich um den am geringsten korrelierten Vermögenswert gegenüber traditionellen Anlageklassen. Die rollierende durchschnittliche Ein-Jahres-Korrelation von Bitcoin zum US-Leitindex S&P 500®, zu US-Anleihen, Gold, US-Immobilien, Öl und Emerging-Markets-Währungen aus fünf Jahren (Dezember 2011 bis April 2016) lag nahe null; die Kursentwicklungen waren also nicht gleichlaufend. Es wird daher immer häufiger darüber diskutiert, inwiefern Bitcoin zur neuen sogenannten «Safe Haven»-Anlageklasse werden und Gold als «sicheren Hafen» ablösen könnte. Aus Portfoliosicht könnte sich Bitcoin mit seinen hervorragenden Diversifikationseigenschaften zur Beimischung in Wertschriftendepots für Investoren mit erhöhter Risikobereitschaft durchaus eignen.

 

Wie steht es um das Risiko, wie um die Chancen?

Stichwort Risiko: Eine Anlage in Bitcoin wäre auf jeden Fall mit einem erhöhten Risiko verbunden. Der erwähnten Studie ist zu entnehmen, dass die wöchentliche Schwankungsbreite im Vergleich zu den genannten Anlageklassen in allen analysierten Perioden am höchsten ausfällt. Gegenüber dem Bitcoin-Start im Jahr 2008 ist sie allerdings deutlich zurückgegangen. Die Autoren der Studie sehen die Gründe in stabileren und liquideren Börsenplätzen, besseren regulatorischen Zulassungen sowie zunehmend zuverlässigeren Preisdaten. Grafik 1 veranschaulicht die Entwicklungen und Schwankungen des Bitcoin-Kurses in den letzten fünf Jahren. Der jüngste Kurssturz ist auf den Klau von fast 120‘000 Bitcoins auf der Kryptogeld-Börse Bitfinex zurückzuführen. Nach dem Hack durch Unbekannte müssen die Bitfinex-Nutzer nun für den Diebstahl einstehen. Das betrifft wie gesagt die User dieser Kryptogeld-Börse und beispielsweise nicht Inhaber von Anlageprodukten, die auf Bitcoin basieren. Zwar reagieren die Kurse solcher Investments üblicherweise in Form eines (ggf. zwischenzeitlichen) Verlustes. Das Risiko, Opfer eines Diebstahles durch Hacker zu werden, wird jedoch auf den Anbieter des Anlageproduktes übertragen.

Quelle: Bitcoin-Kursentwicklung in US-Dollar, Bloomberg; Zeitraum: 30.10.2011- 01.11.2016

Letztlich bleibt die Frage, ob Investoren für das eingegangene Risiko über entsprechende Renditechancen entschädigt werden. Dazu wurden in der Studie die «Sharpe Ratios» analysiert. Die Kennzahl ist ein verbreitetes Mass für risikoadjustierte Renditen. Sie misst die Renditen über dem risikofreien Zins (3-Monats US-Treasury Bill) pro eingegangener Risikoeinheit (Volatilität). Das Ergebnis: Im fünfjährigen Betrachtungszeitraum fielen die risikoadjustierten Renditen sehr gut aus, obwohl die Volatilität – historisch gesehen – sehr hoch war. Gemäss der erwähnten Studie sind die berechneten «Sharpe Ratios» ausgezeichnet. In allen fünf Perioden (letzte fünf, vier, drei, zwei, ein Jahr[e]) lieferte Bitcoin (im Vergleich zu den anderen Anlageklassen) die besten positiven Renditen im Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Historische Daten können jedoch keine Hinweise auf künftige Entwicklungen geben.

 

Vontobel: erste Schweizer Emittentin eines Bitcoin-Zertifikats

Bei dem VONCERT auf Bitcoin in US-Dollar handelt es sich um ein klassisches Partizipationszertifikat mit zweijähriger Laufzeit, das Anleger erstmalig an der Wertentwicklung der interessanten Kryptowährung teilhaben lässt. Dies in Form eines Wertpapiers, das einfach und transparent gehandelt werden kann. Investoren haben so neu die Möglichkeit, mit einem Anlagezertifikat an der Entwicklung des Bitcoin-Kurses in US-Dollar (nahezu eins zu eins an dessen Gewinnen, aber auch Verlusten) zu partizipieren.

 

Callable Multi Defender VONTIS

 Valor BasiswerteCouponRisiko-
puffer
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General Electric
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ABB
Adecco
LafargeHolcim
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23.11.2020 20:52:01

 

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