Berichtssaison: Schweizer Unternehmen legen Zahlen vor

Berichtssaison: Schweizer Unternehmen legen Zahlen vor

Freitag, 30. Juli 2021Lesezeit: 2 Minuten

Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren. Anleger und Unternehmen blicken gespannt auf die Zahlen des abgelaufenen Halbjahres, das noch immer von der Corona-Pandemie gekennzeichnet wurde. Wie haben die Schweizer Unternehmen also abgeschlossen? Mit Lindt & Sprüngli, Logitech und Roche haben gleich drei wichtige Schweizer Unternehmen Zahlen vorgelegt.

Lindt & Sprüngli: Erholung von der Pandemie

Nachdem Lindt & Sprüngli Corona-bedingt ein schwaches letztes Jahr hatte, konnte sich der Schweizer Schokoladenhersteller erholen und hat im ersten Halbjahr 2021 ein erhebliches Wachstum erzielt. Und das nicht nur im Vergleich zum schwachen Vorjahr – sondern auch im Vergleich mit dem Jahr 2019. So konnte ein organisches Wachstum von 17.4% erzielt werden, wie Lindt am Dienstag mitteilte. Wesentliche Treiber für dieses Wachstum seien die Erholung des sehr wichtigen Ostergeschäftes gewesen sowie die positive Entwicklung des Onlineumsatzes. So konnte ein Betriebsgewinn von rund 139 Mio. Schweizer Franken und daraus resultierend ein Reingewinn von 101.6 Mio. Franken erreicht werden. Das ist fast eine Verfünffachung des Ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr, womit Lindt auch diverse Analystenerwartungen übertreffen konnte. Lindt gibt sich auch für den weiteren Jahresverlauf optimistisch und erwartet für das Gesamtjahr ein Wachstum im zweistelligen Bereich.

Logitech: Hält der Höhenflug an?

Als Hersteller von Computerzubehör, welche während des Aufkommens von Home-Office und Home-Schooling vermehrt nachgefragt wurden, gehörte Logitech zu den Gewinnern während der Corona-Pandemie. So konnte das Tech-Unternehmen seinen Umsatz auch dieses Jahres weiter steigern. So vermeldet das Unternehmen, dass sie in den Kernbereichen im hohen zweistelligen Prozentbereich gewachsen sind. Der operative Gewinn konnte im letzten Quartal verdoppelt werden. Trotz des erheblichen Wachstums rechnet das Unternehmen für das gesamte Jahr mit einer stabilen Umsatzentwicklung; die Entwicklung sei im Bereich von -5% bis 5% erwartet. Um auch in Zukunft ein stabiles Wachstum erzielen zu können, investiert das Unternehmen stark in die Entwicklung neuer Produkte.

Logitechs Höhenflug verhilft dem Unternehmen ausserdem zum Sprung in den Schweizer Leitindex, den Swiss Market Index (SMI®). Die Logitech-Aktie wird die Swatch-Aktie im wichtigsten Schweizer Börsenbarometer ersetzen.

Roche: Erholung von Pharma in Aussicht?

Roche konnte seine Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit während der Corona-Pandemie erneut unter Beweis stellen. Der Pharma-Gigant hat seine Diagnostics-Sparte erheblich ausgebaut was sich, wenn man die Halbjahresergebnisse betrachtet, mit einem Umsatzwachstum von 49% auf 9 Mrd. Schweizer Franken ausgezahlt hat. Da ein Grossteil dieses Zuwachses den Corona-Tests zu verdanken ist, ist davon auszugehen, dass sich dieses Wachstum wieder abschwächt. Dem gegenüber rechnet die Unternehmensleitung damit, dass sich die anderen Sparten weiter erholen und auf diese Weise ein ansehnliches Wachstum im Gesamtjahr erreicht werden kann.

Die Aktien sind zwar bereits gut gelaufen – unter anderem wegen Spekulationen, dass Roches Alzheimermedikament gute Chancen haben könnte, auf den Markt zu kommen. Zuvor waren die Erwartungen niedrig – bis ein mögliches Konkurrenzprodukt die Zulassung erhielt. Das Vontobel Equity Research setzt die Aktie auf «Kauf», was allerdings auf anderen Erwartungen basiert: z.B. auf positiven klinischen Resultaten für Tecentriq in der frühen Krebsbehandlung und Polivy in Blutkrebs oder die Zulassung einer neuartigen Methode, wie man Netzhauterkrankungen behandelt. Zudem erwartet das Research, dass sich das Wachstum von Pharma weiterhin von der Pandemie erholen wird und dasjenige von Diagnostics zwar abkühlen wird wegen abnehmender COVID-19 Testaktivität, aber nicht in dem Ausmass, wie das der Markt erwartet.

Rechtlicher Hinweis:

Die Aktienempfehlungen wurden von der Research Abteilung der Vontobel erstellt. Anpassungen der Ratings können sich durch die Finanzanalysten erfolgen. Bei der Erstellung von Finanzanalysen legen Vontobel sowie ihre Analysten allfällige Interessenkonflikte offen; sie sind unter research.vontobel.com/Disclaimers/StockGuide jederzeit abrufbar.

17.10.2021 18:34:15

 

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