Beliebt und bewährt: der Barrier Reverse Convertible

Beliebt und bewährt: der Barrier Reverse Convertible

Mittwoch, 14. Juli 2021Lesezeit: 4 Minuten

Der Barrier Reverse Convertible (BRC) gehört zu den beliebtesten strukturierten Produkten. Und das nicht ohne Grund, denn BRCs können relativ gut zur Steuerung des Rendite-Risiko-Profils in einem Portfolio eingesetzt werden. Wie das funktioniert lesen Sie hier.

BRC: eine mögliche Lösung für jedes Portfolio

Barrier Reverse Convertibles (BRCs) können grundsätzlich in jedes Portfolio passen, denn er kann je nach Risikoappetit und Sicherheitsbedürfnis passend und an die Marktsituation angepasst werden.

Für die Investitionsentscheidung sollte nicht alleine die Attraktivität des garantierten Coupons ausschlaggebend sein. Auch die zugrundeliegenden Aktien sowie das mit ihnen verbundene Risiko sollten ins Portfolio passen. Ob tiefere Barrieren oder höhere Coupons, BRCs können einfach und flexibel zur Optimierung des Rendite-/Risikoprofils eingesetzt werden.

Im Vergleich zur Direktinvestition bietet der BRC dem Anleger einen gewissen Risikopuffer. Denn durch die eingebaute Barriere ist der Anleger vor Kursrückschlägen bis zur Barriere geschützt – das Portfolio kann somit zumindest bis zu einem gewissen Grad abgesichert werden. Dafür ist die Gewinnmöglichkeit auf den Coupon beschränkt. Aber wie genau funktioniert das?

Stellschrauben zur Steuerung des Rendite-Risiko-Profils

Die Höhe der Barriere ist somit ein wichtiges Merkmal des BRCs und ist entscheidend, wie konservativ oder risikoreich ein BRC ist. Neben der Höhe des Sicherheitspuffers beziehungsweise der Tiefe der Barriere spielt ebenfalls die Periodizität oder der Zeitpunkt der Barrieren-Beobachtung eine wichtige Rolle. Bei der «Beobachtungsart» wird grundsätzlich zwischen einer kontinuierlichen Beobachtung oder einer am Laufzeitende unterschieden.

Coupon und Höhe der Barriere

Bekanntlich lassen sich bei Barrier Reverse Convertibles (BRCs) höhere Sicherheitspuffer (tiefe Barrieren) «zulasten» von Renditen (Coupons) erreichen und umgekehrt. Der Grund: Hohe Sicherheitspuffer (tiefere Risiken) müssen auch hier, wie bei allen anderen Geldanlagen, grundsätzlich mit tieferen Renditen «erkauft» werden. Das altbekannte Motto greift also auch hier: «There is no such thing as a free lunch». Denn letztlich gibt der Investor über einen BRC einen Teil seiner Renditechancen der Direktanlage zugunsten einer Risikoreduzierung auf.

Art der Barriere

Der Barriere-Typ spielt neben den Attributen «Coupon» und «Sicherheitspuffer» für das Rendite-/Risiko-Verhältnis eine wichtige Rolle. Wie bereits erwähnt, unterscheidet man zwischen europäischen und amerikanischen Barriere-Typen. Bei Barrier Reverse Convertibles mit sogenannten amerikanischen Barrieren wird die Barriere kontinuierlich, an vordefinierten, beispielsweise monatlichen oder quartalsweisen Stichtagen, beobachtet. Es wird also fortwährend geschaut, ob einer der Basiswerte die Barriere berührt oder unterschreitet. Demgegenüber wird bei der europäischen Variante erst am Laufzeitende – und zwar bei Schlussfixierung – überprüft, ob es bei einem der Basiswerte zu einer Berührung oder einem Durchbruch der Barriere gekommen ist. Der letzte Barriere-Typ ist die tägliche Überprüfung, ob ein Barrierenereignis stattgefunden hat. Je häufiger eine Barriere beobachtet wird, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Barrierenverletzung und desto höher die Renditechancen resp. der Coupon.

BRC mit Europäischer Barriere

 

 

BRC mit Amerikanischer Barriere

 

Mögliche Szenarien

Die Rückzahlung am Laufzeitende ist abhängig von der Kursentwicklung der zugrundeliegenden Basiswerte.

Wurde eine vorab definierte Barriere während der gesamten Laufzeit nie berührt oder unterschritten, erfolgt die Rückzahlung in Höhe des Nennwertes. Für eine positive Rendite des BRCs genügt es daher bereits, wenn der Basiswert oder auch mehrere zugrundeliegende Basiswerte seine Niveaus halten oder leicht fallen. Genau das ist die grösste Stärke des BRC. Denn in Seitwärtsphasen bleiben Aktien und Anlageprodukte, die ausschliesslich auf steigende Kurse setzen, typischerweise chancenlos. BRCs hingegen spielen genau dann ihre Stärken aus, wenn die Kurse seitwärts tendieren. Anleger erhalten über die Investition in einen BRC unabhängig von der Entwicklung der Basiswerte einen garantierten Coupon. Die Rendite ist allerdings auch bei stark steigenden Kursen auf den Coupon beschränkt.

Kam es während der Laufzeit zu einem Barrierenereignis – das heisst einer oder mehrere Basiswerte haben die Barriere berührt oder durchbrochen – der Kurs des Basiswertes erholt sich aber im weiteren Verlauf wieder und notiert am Laufzeitende mindestens auf dem Ausübungspreis, so erfolgt auch in diesem Fall die Rückzahlung in Höhe des Nennwertes. Liegen dem BRC mehrere Basiswerte zugrunde, müssen sich alle drei Kurse bis zur Schlussfixierung über den Ausübungspreis erholen, damit eine Rückzahlung zum Nennwert erfolgt. Kam es während der Laufzeit zum Barrierenereignis und notiert mindestens ein Kurs eines zugrundeliegenden Basiswertes am Laufzeitende unterhalb des Ausübungspreises, erfolgt die «physische Lieferung» oder eine Barabgeltung. Im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Der Anleger trägt ausserdem das Ausfallrisiko der Emittentin.

BRCs mit vielen verschiedenen Spezial-Eigenschaften

Suchen Sie ausserdem zusätzliche Renditetreiber für die BRCs? Oder vielleicht mehr Sicherheit oder sonstige Spezialausstattungen? Kein Problem. Unsere BRCs können auch mit verschiedenen Special-Features ausgestattet werden. Ob Autocall oder Issuer Call, Double Coupon, Partizipation oder noch weitere – unsere BRC-Palette bietet Ihnen vielerlei Möglichkeiten.

Erfahren Sie in den nächsten Tagen und Wochen, wofür solche Ausstattungsmerkmale der BRCs eingesetzt werden können.

«Alte» Produkte mit «neuen» Chancen?

Doch muss es immer ein neues Produkt sein? Selbstverständlich nicht, denn «neu» bedeutet nicht immer «besser». Im Sekundärmarkt finden sich sämtliche Produkte, die bereits in der Vergangenheit emittiert wurden und nun zu den aktuell geltenden Geld- und Briefkursen gehandelt werden können, wenn diese Börsennotiert sind. Auf dem Sekundärmarkt tun sich in Abhängigkeit der herrschenden Kurse immer wieder Chancen auf.

Die Herausforderung für Investoren besteht allerdings darin, solche Opportunitäten zu identifizieren und anschliessend zu nutzen. Aufgrund der hohen Anzahl von Produkten ist dies nicht immer trivial.

Unter dem Menüpunkt «Attraktive Sekundärmarktprodukte» auf derinet.com finden Sie zusätzlich eine stündlich aktualisierte Auswahl an attraktiven Sekundärmarktprodukten.

 

Nächste Artikel in dieser Serie:

BRC mit doppelter Renditechance? Der Double Coupon Barrier Reverse Convertible.

Auto-/Callable BRC – eine ideale Anlage für Renditejäger?
29.11.2021 15:02:16

 

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