Ausverkauf an den Aktienmärkten

Ausverkauf an den Aktienmärkten

Mittwoch, 7. Februar 2018Lesezeit: 2 Minuten

Der Ausverkauf an den Aktienmärkten beschleunigte sich für einen kurzen Moment und liess die Volatilitäten steigen. Gemäss den Vontobel-Asset-Management-Experten war dies nicht von Fundamentaldaten, sondern von übertriebenem Anlegeroptimismus getrieben. Sie gehen weiterhin vom Hauptszenario «Goldilocks» aus.

Die jüngste Konsolidierung an den Aktienmärkten ist zu einem deutlichen Ausverkauf geworden: Der S&P 500® verlor am Montag, 05.02.2018 rund 4.6%. Darüber hinaus standen auch die asiatisch pazifischen Märkte unter erheblichem Druck. Nikkei und der Hang-Seng-Index verloren um die 4.7% beziehungsweise 4.3%. In Europa lies der EURO STOXX 50® um 3% nach (Bloomberg, 05.02.2018). Frühere Wertentwicklungen stellen kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen dar.

Volatilitäten steigen – erhöhte Belastung der Marktteilnehmer?

Gemäss den Makro-Research-Experten von Vontobel Asset Management sei es entscheidend, dass die Volatilität (VIX – Volatilitätsindex) – innerhalb eines Handelstages von 17% auf mehr als 40% angestiegen ist. Dies deute auf ein erhöhtes Stressniveau unter den Marktteilnehmern hin. Der Ausverkauf vom Montag 05.02.2018 war nicht an fundamentale Nachrichten geknüpft, sondern war gemäss den Vontobel-Experten von übertriebenem Optimismus und einer überkauften Situation getrieben. Darüber hinaus hätte die extrem niedrige Volatilität über einen längeren Zeitraum hinweg die Selbstzufriedenheit und den verstärkten Einsatz von Fremdkapital durch die Investoren gefördert.

«Goldilocks» und andere Szenarien

Im Marktkommentar vom Dezember 2017 definiert Christophe Bernard, Vontobel-Chefstratege, Goldilocks wie folgt: «Goldilocks beschreibt ein perfektes Umfeld, in dem die Wirtschaft nicht so heiss läuft, dass Preisdruck entsteht, sich jedoch auch nicht dermassen abkühlt, dass eine Rezession droht. Ein solches Konjunktur-umfeld ist geprägt von einer niedrigen Arbeitslosenrate, steigenden Vermögenspreisen, niedrigen Zinsen und einem stabilen BIP-Wachstum.» Neben dem Goldilocks-Szenario werden im Marktkommentar vom Dezember 2017 die Szenarien «Konjunkturmotor stottert» sowie «Inflation überschiesst» beschrieben. Letzteres wird als «nicht angenehm» beschrieben.

«Goldilocks und andere Szenarien»; Quelle: Vontobel Asset Management


Leicht höhere Wahrscheinlichkeit für das Szenario«Inflation überschiesst»

Aufgrund der aktuellsten Entwicklungen an den Märkten ordnen die Vontobel-Experten dem Szenario «Inflation überschiesst» eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit zu. Dabei ergänzen sie, dass es keineswegs sicher sei, dass das Lohnwachstum in den USA und die anziehende Kerninflation eine aggressive Straffung der US-Notenbank Fed auslösen könnte. Würde das Umfeld bleiben wie es ist, würde eine Verschärfung der Finanzbedingungen über niedrigere Aktienmärkte und eine Ausweitung der Renditedifferenzen dazu führen, dass die US-Notenbank die Straffung ihrer Geldpolitik überdenkt.

Zwar werden die Unsicherheiten bezüglich der Inflations- und Lohndaten im zweiten Quartal und – nicht zu unterschätzen – in Zusammenhang mit dem Wechsel des Fed-Vorsitzes kurzfristig nicht gelöst werden. Allerdings zeigen die Gewinnrevisionen – das Verhältnis der von Analysten nach oben beziehungsweise nach unten revidierten Prognosen für die Unternehmensgewinne – nach wie vor ein positives Bild. Zudem betreiben sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank of Japan weiterhin eine äusserst lockere Geldpolitik, die das Potenzial für Verluste an den Aktienmärkten begrenzen könnte.

Insgesamt bleibt «weiterhin Goldilocks» das zentrale Szenario unserer Makro-Research-Experten aus dem Vontobel Asset Management.

Hinweise:

Diese Informationen stammen von Vontobel Asset Management – Makro Research. Die Information dient zur zu Informationszwecken und ist weder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, noch zur Abgabe eines Kauf- oder Zeichnungsangebots. Die weitere Marktentwicklung ist von einer Vielzahl ökonomischer Faktoren abhängig. Jeder Anleger muss das Risiko entsprechender Kursverluste bei seinen Anlageentscheidungen mitberücksichtigen.
25.01.2020 13:43:41

 

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