Artificial Intelligence - mehr als ein Schachcomputer?

Artificial Intelligence - mehr als ein Schachcomputer?

Mittwoch, 15. Juni 2022Lesezeit: 3 Minuten

Die von der Corona-Pandemie induzierte Digitalisierungswelle unterstützt indirekt auch die Forschung und Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Schwache KI ist schon heute Bestanteil unseres Lebens (beispielsweise der Autopilot von Tesla oder Siri von Apple beziehungsweise Alexa von Amazon). Künstliche Intelligenz im Allgemeinen wird in weiteren Bereichen unseres Lebens Anwendung finden und hat das Potenzial, diese nachhaltig und disruptiv zu verändern. 

Schach – das strategische Brettspiel, welches auch als das «königliche Spiel» bezeichnet wird, ist aufgrund seiner Komplexität und der aufzuwenden Denkleistung ein weltweit geachtetes Spiel. Schach-Grossmeister wie der Norweger Magnus Carlsen sind gefeierte Stars in ihrem Gebiet. Regelmässig werden die Fähigkeiten der Spieler auch mit denen von Schachcomputern gemessen. Die überall gern gesehene Auseinandersetzung zwischen Mensch und Maschine.

Vor einigen Jahren kam es zu einer Eruption in diesem Kräftemessen. Die von der Forschungseinrichtung DeepMind (Tochterfirma von Alphabet) entwickelte Künstliche Intelligenz namens «AlphaZero» hat sich im Schach, innerhalb von nur vier Stunden, eigenständig zu einem bisher unschlagbaren Gegner entwickelt. Während herkömmliche Schachcomputer mit Partien und Zügen vergangener Grossmeister-Partien gefüttert und weiterentwickelt werden müssen, wurde «AlphaZero» lediglich die Grundregeln des Schachspiels gezeigt. Dank selbstlernender Algorithmen und enormer Rechenkraft hat diese KI immer wieder gegen sich selbst gespielt und so eine Art zu Spielen entwickelt, die gängigen Computern und Menschen überlegen ist. Dies ist nur eines von vielen praktischen Anwendungsbeispielen, wie leistungsfähig «Künstliche Intelligenz» bereits heute sein kann.

Was wird unter dem Begriff «Künstliche Intelligenz» (Engl: Artificial Intelligence, AI) verstanden?

Der amerikanische Forscher Marvin Minsky begründete 1956 erstmals den Begriff der «Künstlichen Intelligenz» (KI) oder in English «Artificial Intelligence» (AI). Was ursprünglich gedacht war als technische Nachbildung der menschlichen Intelligenz ist heute bereits viel mehr als das. Aus der Idee wurde eine eigene Wissenschaft. Selbstlernende Softwarealgorithmen («Machine Learning») ermöglichen es Maschinen zu erfassen, zu begreifen, zu entscheiden, zu handeln und im Besonderen dazu zu lernen. Da es bis heute noch nicht gelungen ist den menschlichen Verstand als Ganzes maschinell nachzubilden, konzentriert sich die aktuelle Forschung auf einzelne Teilbereiche. Grundsätzlich wird zwischen schwacher und starker KI unterschieden. Schwache KI deckt nur einen Teilbereich der Intelligenz ab, basiert auf mathematischen Methoden und Informatik und findet beispielsweise Anwendung in der Spracherkennung. Starke KI hingegen beinhaltet logisches Denken, Kommunikation und das Abwägen und Treffen eigenständiger, komplexer Entscheidungen. Forscher sind sich uneinig darüber ob und wann es jemals starke KI geben wird. 

Rasante Fortschritte in der Forschung und Entwicklung rund um AI 

Die Entwicklung der «Artificial Intelligence» ging in den letzten Jahren schnell voran auch dank immer günstiger und leistungsfähiger werdender Prozessoren, die die Auswertung enormer Datensätze (Big Data) ermöglichen. Bereits heute finden sich praktische Anwendungsbeispiele in unserem Alltag – so zum Beispiel in Alexa von Amazon oder in Siri von Apple. Aber auch in weniger bekannten Anwendungen steckt bereits AI drin wie beispielweise in dazulernenden Übersetzungs- und Spracherkennungsprogrammen. Fernab vom Technologiesektor findet AI Anwendung in der Medizintechnik, der Pharmaindustrie oder sogar in der Landwirtschaft. Auch in der Automatisierung von Produktionsprozessen findet AI bereits Anwendung bei Industrieunternehmen.

Die Technologie der Künstlichen Intelligenz ist disruptiver Natur und hat das Potenzial, die Art wie wir Leben und Arbeiten grundsätzlich zu verändern. Dabei sind die potenziellen Einsatzgebiete enorm vielfältig. Gemäss einer Studie der PWC «What’s the real value of AI for your business and how can you capitalise?» (Juni 2017) wird KI der globalen Ökonomie bis 2030 weitere 15.7 Billionen US-Dollar bescheren – das sind zusätzliche 14%. Die Möglichkeiten für Unternehmen, durch Einsatz von KI ihre Produkte und Dienstleistungen zu verbessern, bietet grosse Chancen. Privatanleger können mittel- bis langfristig in den Zukunftstrend Künstliche Intelligenz investieren mit dem Tracker-Zertifikat auf den Solactive Artificial Intelligence Performance-Index. Dieser Index bezieht die gesamte Wertschöpfungskette des Themas «KI» ein. Die 20 Indexmitglieder entstammen den KI-Subsektoren Hardware-Plattformen, Software-Plattformen, Applikationen und «Big Data». Darin enthalten sind unter anderem Unternehmen wie IBM, Porsche Automobil Holding, Microsoft, Tesla und Nvidia.

Im vergangen Jahr 2021 konnte das Zertifikat rund 28.25% zulegen, während der SPI® im Vergleich dazu im selben Zeitraum 23.38% gestiegen ist. Year-to-date hat das Zertifikat aktuell circa 30% verloren im Zuge der allgemeinen Korrektur hoch bewerteter Technologieaktien. Auf 3-Jahres-Sicht konnte das Zertifikat eine durchschnittliche Rendite von 47.29% verzeichnen. Historische Daten stellen keine zuverlässigen Indikatoren für die zukünftige Entwicklung dar. Für langfristig orientierte Anleger:innen, die an die Dynamik und den disruptiven Charakter von AI in Zukunft glauben, könnte das Tracker Zertifikat Open End auf den Solactive Artificial Intelligence Performance-Index eine Überlegung wert sein.

05.12.2022 18:57:10

 

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