Adidas vs. Nike: Der Kampf der Sportartikelhersteller

Adidas vs. Nike: Der Kampf der Sportartikelhersteller

Donnerstag, 4. Juni 2020Lesezeit: 2 Minuten

Die Zeiten, in denen Adidas hauptsächlich den europäischen Markt bediente und Nike auf Amerika fokussiert war, sind längst vorbei. Inzwischen liefern sich die beiden Sportartikel-Giganten einen globalen Wettkampf um Absätze. Gekämpft wird mit aggressivem Marketing, effizienter Produktion und nachhaltigen Modelinien. Das Jahr 2020 sollte für beide Unternehmen ein starkes Jahr werden. Mit der Fussball-EM und den Olympischen Spielen standen gleich zwei Sportgrossveranstaltungen an - Corona vernichtete den Optimismus. Weil in der jüngsten Vergangenheit gute strategische Entscheidungen getroffen wurden, sind beide Unternehmen trotz der Krise gut aufgestellt.

Adidas ist auch in Amerika ein grosser Player

Spätestens seit dem Jahr 2016 ist Adidas ein ernstzunehmender Konkurrent für Nike auf dem amerikanischen Markt. Am Ende dieses erfolgreichen Jahres konnte man umsatztechnisch zu Nike aufschliessen und die zweite Position im Sportartikelmarkt einnehmen. Zurückzuführen ist das auf ausgeklügelte Marketing-Massnahmen des Herzogenauracher Unternehmens, das seit 2015 konsequent daraufsetzt, kreative Schöpfer aus der Mode- und Unterhaltungsindustrie in die Konzeption der sportlichen Freizeitlinie «Adidas Originals» miteinzubeziehen. Kollektionen mit den Musikern Kanye West und Pharell Williams erwiesen sich als überaus erfolgreich. So war zeitweise der Adidas Superstar der meistverkaufte Sneaker weltweit und löste damit den Air Jordan von Nike ab.

 

Nike trumpft mit Grössenvorteilen auf – Adidas mit ausgefeiltem Marketing

Bei Nike hat man sich in den vergangenen Jahren vor allem darauf spezialisiert, effizienter zu produzieren. Zum einen hilft Nike die Grösse des Unternehmens. So hat man grosse Preismacht gegenüber Lieferanten. Zum anderen ist die Produktion stark auf Automatisierung ausgerichtet. Innovationen beim Produktmaterial haben die Produktionskosten ebenfalls stark gesenkt.

Generell profitiert Nike von der immensen Markenbekanntheit auf dem amerikanischen Kontinent. Auf dem heimischen Markt ist Nike immer noch die Benchmark. Das liegt vor allem daran, dass man viele US-Sportstars unter Vertrag hat und mit der NFL einen Ausrüstervertrag geschlossen hat, der dem Unternehmen eine landesweite Präsenz verleiht. Adidas ist deshalb logischerweise in der Rolle des Herausforderers – in der Vergangenheit hat man sich auf den Fussball konzentriert, der in den USA nur eine untergeordnete Rolle spielt. Allerdings tut man bei Adidas alles, um Nike herauszufordern. Beim Marketing konzentriert man sich hauptsächlich darauf, einzelne Sportler und Stars aus der Unterhaltungsbranche zu vermarkten und kehrt gleichzeitig von der Strategie ab, Clubs und Nationalmannschaften auszurüsten. Engagements bei europäischen Fussball-Top-Clubs bleiben die Ausnahme.

 

Zur Strategie, vermehrt auf die Vermarktung einzelner Sportler und Prominenter zu setzen, passt die Massnahme, das Marketing auf vereinzelte Metropolen zu beschränken. Im Fokus von Adidas stehen dabei die sechs Metropolen: Shanghai, New York, London, Paris, Tokyo und Los Angeles. Ziel sei es, Sport-Communities zu erschaffen und in den Metropolen Sport-Grossereignisse zu veranstalten. Laut eigenen Angaben war das Marketing-Engagement im ersten Jahr in Shanghai umsatztechnisch ertragreicher als in der Schweiz und Österreich zusammengenommen.

 

Nachhaltige Artikel sind Geschäftsmodell der Zukunft

Beide Unternehmen sind sich der Verantwortung um Nachhaltigkeit und umweltfreundliches Handeln bewusst. Ein geringer CO2-Ausstoss mit geringem Materialeinsatz soll bei Nike etwa schon bei der Produktion dafür sorgen, dass die Produkte einen geringen ökologischen Fussabdruck ausweisen. Dazu will das amerikanische Unternehmen nur noch mit Partnern zusammenarbeiten, die Experten in Sachen Nachhaltigkeit sind. So möchte man Schifffahrtswege durch das arktische Meer nicht mehr nutzen, weil dies massiv der Umwelt Schaden zufügen würde. Auch Baumwolle soll nur noch von als nachhaltig eingestuften Quellen bezogen werden. Die Vision beider Unternehmen ist, dass ihre Artikel in Zukunft zu grossen Teilen aus recycelten Abfällen bestehen. Adidas hat bereits 2017 einen Sneaker auf den Markt gebracht, der fast ausschliesslich aus Plastik aus den Meeren besteht. Im Jahre 2019 hat man bereits 11 Millionen Sneaker dieser Art verkauft. Nike ist erst kürzlich nachgezogen und hat ein vergleichbares Modell auf den Markt gebracht. Beide scheinen damit den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Von den Kunden wurden die Produkte gut angenommen, trotz höherer Preise.

16.10.2021 20:21:21

 

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