Öl- und Goldpreise unter Druck

Öl- und Goldpreise unter Druck

Donnerstag, 13. Juli 2017Lesezeit: 3 Minuten

Die Ölpreise sind zwar etwas fester in die neue Handelswoche gestartet, im Verlauf zu Wochenbeginn kam es aber wieder zu kräftigen Abgaben. Beim Goldpreis ist Mitte Juni ein Schub nach unten eingetreten, nachdem die US-Notenbank angekündigt hatte, die Leitzinsen um 25 Basispunkte anzuheben.

Rohöl: Preisbelastende Nachrichten dominieren

Die Ölpreise sind zwar etwas fester in die neue Handelswoche gestartet, im Verlauf zu Wochenbeginn kam es aber wieder zu kräftigen Abgaben. Für leichten Auftrieb sorgten zunächst Anzeichen darauf, dass die OPEC Druck auf die Mitgliedsländer Libyen und Nigeria ausüben könnte, um eine starke Produktionsausweitung des Ölkartells zu verhindern. Die beiden Länder sind nicht Teil der laufenden Produktionsbeschränkungen.

Es wird nun darüber nachgedacht, Libyen und Nigeria Förder-Obergrenzen aufzuerlegen, wie Rohstoffanalysten der Commerzbank berichten. Eine entsprechende Regelung besteht bereits für den Iran. Dagegen droht Kasachstan die Vereinbarung zu stornieren. Der Energieminister des Nicht-OPEC-Landes verlangt laut den Analysten demnach einen Ausstieg aus dem Kürzungsabkommen sowie die Erlaubnis, die Produktion innerhalb von ein bis zwei Monaten auszuweiten.

Diese Fakten wirken aber nach wie vor preisbelastend. So ist die Ölproduktion in den USA nach Angaben des US-Energieministeriums von letztem Donnerstag wieder stark gestiegen. Durch die deutliche Ausweitung der Förderung um 88.000 Barrel pro Tag in der Woche zum 01. Juli 2017 wurde der starke Produktionsrückgang in der Woche zuvor nahezu vollständig wettgemacht.

Auch neueste Daten des Ölfeldausrüsters Baker Hughes von Freitagabend bestätigen den Trend einer steigenden Produktion in den USA. Die Ausrüsterfirma meldete einen Anstieg der Bohraktivitäten in den USA in der letzten Berichtswoche um 7 Rigs auf 763, womit sich auch der Rückgang in der Woche zuvor von zwei Bohranlagen nur als kurzzeitig erwies. Auf Jahressicht hat sich die Bohraktivität in den USA damit um 117 Prozent ausgeweitet.

 

Gold: Anleger suchen das Weite

Beim Goldpreis ist Mitte Juni ein Schub nach unten eingetreten, nachdem die US-Notenbank angekündigt hatte, die Leitzinsen um 25 Basispunkte anzuheben. Dieser Schritt war zwar am Markt erwartet worden und somit bereits eingepreist. Überrascht hatten jedoch die falkenhaften Töne von Fed-Chefin Janet Yellen, die für weiteren Verkaufsdruck beim Edelmetall sorgten. Im Verbund mit gedämpften Inflationserwartungen ist es zu einem Test der 200-Tage-Linie gekommen.

Der Goldpreis reagiert besonders sensibel auf Entwicklungen und veränderten Aussichten im Zusammenhang mit der US-Zinspolitik. Am Freitag vergangener Woche geriet Gold im Zuge besser als erwarteter US-Arbeitsmarktdaten erneut unter Druck und sackte zum Wochenauftakt auf ein Vier-Monatstief bei 1.205 US-Dollar je Feinunze ab. Die Fed könnte sich nun in ihrer optimistischen Auffassung hinsichtlich des Arbeitsmarktes bestätigt sehen und ihre Geldpolitik weiter straffen. Steigen die Zinsen, könnte das die Nachfrage nach Edelmetall-Anlagen beeinträchtigen.

Der jüngste Preisrutsch von Gold ging mit ETF-Abflüssen von sechs Tonnen einher, wie die Commerzbank unter Berufung auf Bloomberg-Daten berichtet. In der gesamten letzten Woche waren es 22,6 Tonnen, was dem größten Wochenabfluss seit Mitte Dezember entsprochen habe. Bei Gold wurden die Netto-Long-Positionen in der Woche zum 4. Juli bereits die vierte Woche in Folge reduziert. Dennoch bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.

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Zinn: Seitwärtsbewegung am wahrscheinlichsten

Der Zinnpreis stieg Mitte vergangener Woche bis an die Marke von 20.500 US-Dollar je Tonne, konnte die Schwelle aber nicht knacken. Nach einem zwischenzeitlichen Rückfall unter die Unterstützungsmarke von 20.000 Dollar handelt das Metall zu Beginn der neuen Woche bei 20.045 US-Dollar je Tonne.

Das indonesische Handelsministerium hatte vergangene Woche von überraschend niedrigen Zinnexporten berichtet. Indonesien hat demnach im Juni nur 4.000 Tonnen Zinn exportiert. Dies entsprach nur gut der Hälfte der Vorjahresmenge und das geringste Exportvolumen seit elf Monaten, berichten Analysten der Commerzbank. Im ersten Halbjahr lagen die Zinnexporte mit 35.500 Tonnen aber knapp 20 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. „Dies ist jedoch nicht genug, den globalen Zinnmarkt ausreichend zu versorgen“, konstatierten die Frankfurter Rohstoffexperten. Das International Tin Research Institute erwartet für dieses Jahr entsprechend Angebotsdefizite Im Umfang von 10.000 Tonnen.

Die anhaltend fallenden Zinnvorräte in den LME-Lagerhäusern deuten zudem auf eine robuste Nachfrage nach Zinn hin. Die Lage könnte sich laut Commerzbank dennoch entspannen, denn der größte chinesische Zinnproduzent Yunnan Tin Co. hat von der Regierung in Peking die Genehmigung von höheren Zinnexporten erhalten. Dies dürfte in den nächsten Monaten zu höheren chinesischen Zinnexporten beitragen. Große Preissprünge von Zinn seien schon deshalb nicht zu erwarten, so die Analysten.

24.11.2020 05:34:53

 

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